Ökokonten und Flächenpools

Fl�chenagentur Rheinland

Schnelle, individuelle Lösungen für Sie….

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bietet neben der direkten Zuordnung von Kompensationsmaßnahmen auch Möglichkeiten einer vorgezogenen Umsetzung in Verbindung mit einer Bevorratung von Kompensationsmaßnahmen (Ökokonten) und potentiellen Flächen (Flächenpool).

In nahezu jeder Region im nordrhein-westfälischen Teil des Rheinlandes können wir Ihnen Ökopunkte oder geeignete Kompensationsflächen zur Verfügung stellen. Auch für vorgezogene Artenschutzmaßnahmen stehen wir Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung und kombinieren diese ggf. mit Ökopunkten, um individuelle Lösungen für Ihr Vorhaben zu finden.

Für Landwirte und Grundstückseigentümer bietet sich die Möglichkeit uns unverbindlich potentielle Flächen für Naturschutz- und Kompensationsmaßnahmen anzubieten.

 


Das Ökokonto

Ein Ökokonto - nach § 5a Abs.1 Landschaftsgesetz NRW - dient in erster Linie der Verrechnung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die in Vorleistung erbracht werden und noch keinem konkreten Eingriff zugeordnet sind. Die ökologische Aufwertung durch solche Maßnahmen kann mit Hilfe verschiedener Verfahren, beispielsweise „Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft im Rahmen der Bauleitplanung“ (Verfahren nach MKUNLV, bzw. LANUV) bilanziert und mittels Biotopwertpunkten ermittelt werden.

Die Wertpunkte stellen das Guthaben auf dem Ökokonto der jeweiligen kommunalen Einheit oder Privatperson dar. Kontoführende Institution ist zumeist die Untere Landschaftsbehörde des Kreises oder die Stadt- und Gemeindeverwaltung. Sie nimmt – bei Erfüllung der notwendigen Kriterien – die Einbuchung der Maßnahme bzw. Wertpunkte vor. Bei Durchführung eines Eingriffes werden die Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft in Wertpunkte umgerechnet und mit dem Guthaben des Ökokontos verrechnet. Bleiben Punkte übrig, können diese für weitere Eingriffe in Anrechnung gebracht werden. So ist es möglich, mit einer hochwertigen und/oder großflächigen Naturschutzmaßnahme (hohes Ökokontoguthaben) mehrere Eingriffsvorhaben zu kompensieren.

Am 16. Mai 2008 ist die nordrhein-westfälische Verordnung über die Führung eines Ökokontos - nach § 5 a Abs. 1 Landschaftsgesetz NRW - (Ökokontoverordnung) in Kraft getreten. Sie bezieht sich auf Flächen im baulichen Außenbereich und regelt u. a. das Verfahren der Ein- und Ausbuchung aus den Ökokonten, Verfahren zur Anerkennung von Kompensationsmaßnahmen sowie deren Durchführung und Unterhaltung.

 

Der Flächenpool

Das Prinzip des Ökokontos kann mit einer Flächenpoolkonzeption gekoppelt werden. Der Flächenpool besteht aus potentiellen Ausgleichsflächen, auf denen jedoch im Gegensatz zu Ökokontoflächen aktuell (noch) keine Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden. Zur Bildung eines Flächenpools werden bereits vor einem konkreten Eingriffsvorhaben auf Stadt- bzw. Gemeindegebietsebene Vorüberlegungen angestellt, welche Bereiche sich zur Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen eignen und welche (grobe) Ziel- und Maßnahmenkonzeption für diese Flächen vorgesehen wird.

Sobald die Verfügbarkeit der Fläche für die Durchführung von Kompensationsmaßnahmen hergestellt ist, kann die Fläche als "Poolfläche" erfasst werden. Bei Durchführung der Maßnahmen ist eine Überführung in den Status "Ökokontofläche" problemlos möglich, genauso gut kann eine Poolfläche aber auch später direkt einem konkreten Eingriff zugeordnet werden.

Flächenpool-Überlegungen können auch allgemeiner vorgenommen werden, z.B. in Form von Suchkorridoren oder durch Festlegung von Kriterien/Merkmalen potentieller Ausgleichsflächen. Solche Vorüberlegungen sind zur Vorbereitung des Einstieges in das Ökokonto eines Unternehmens oder einer Kommune zumeist sinnvoll. Eine Einbuchung erfolgt erst zum Zeitpunkt einer konkret vorliegenden Flächenverfügbarkeit.

Flächenkategorien zum Ausgleich von Eingriffsvorhaben:

  • Ökokontofläche: Fläche und Maßnahmen sind rechtlich gesichert, die Maßnahmen sind bereits umgesetzt, jedoch noch keinem konkreten Eingriff zugeordnet.
  • Ausgleichsfläche: Fläche und Maßnahmen sind rechtlich gesichert und einem konkreten Eingriff zugeordnet.
  • Poolfläche: Flächenverfügbarkeit besteht und das Maßnahmenkonzept ist grob abgestimmt, es sind jedoch noch keine Maßnahmen umgesetzt.

 

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